Lächelnde Marietta Torda mit kurz, welligem, braunem Haar, trägt eine schwarze Bluse, vor hellem Hintergrund.

Marietta Torda
Autorin

»Ich schreibe, um komplexe innere Prozesse literarisch erfahrbar zu machen – als Einladung zum Innehalten, zur Selbstreflexion und zum Nachspüren dessen, was uns Menschen im Innersten bewegt.«

Roman
480 Seiten
Taschenbuch & E-Book

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Tanja K. am 04.Januar 2026 auf Amazon

Intensives Portrait eines Traumas”

Der Designer Meo hat eine Karriere auf der Überholspur hingelegt. Doch in ihm brodelt ein Vulkan aus unverarbeiteten, traumatischen Erlebnissen, die er als Heimkind in den 1970ern erdulden musste. Nach und nach kündigt sich dieser Vulkanausbruch an, gefährdet alles, was sich Meo aufgebaut hat und bricht in einem fulminalen Tiefpunkt aus.

Obwohl die Autorin Einblick in die Misshandlungen in der Kindheit des Protagonisten gewährt, war er mir bis zum etwa ersten Drittel des Buches stellenweise unsympathisch. Zielsicher hat er in selbstzerstörerischer Weise nicht nur seinen guten Ruf als Designer sondern auch seine wenigen Freundschaften aufs Spiel gesetzt.

Erstaunt war ich, als der Tiefpunkt, der tiefer nicht sein kann, schon etwa in der Mitte des Romans stattfand. Nach der klassischen Heldenreise kommt nach dem Tiefpunkt (dem Höhepunkt der Heldenreise) die Wandlung und dann das Ende. Doch ich war schon lange im Sog der Geschichte und gespannt auf das, was noch kommt. Sehr schön herausgearbeitet hat die Autorin Meos Konflikte: Er kann nicht vertrauen, redet sich ein, er brauche keinen Menschen und professionelle Unterstützung lehnt er kategorisch ab. Doch plötzlich macht er den ersten Schritt, indem er sich genau diese Hilfe holt. Das Buch fesselte mich mehr und mehr.

Meo lernt Alessa kennen, die so ganz anders ist, als alle Frauen, mit denen Meo zuvor zu tun hatte. Es folgt eine Liebesgeschichte mit so viel emotionalem Tiefgang, dass ich das Buch in einem Rutsch fertiglesen musste. Ich denke, dieses intensive Portrait eines Traumas und der schwere Weg es aufzulösen, werden noch eine Weile in mir nachhallen. Der Roman ist nicht für schwache Nerven und keine Einschlaflektüre, dafür finde ich ihn viel zu aufwühlend.

Ich danke der Autorin für dieses eindringliche und mitreißend geschriebene Buch, das so viel Wahrheit für jeden einzelnen von uns enthält.”